Verabschiedung von Pfr. Horst Daniel

 

 

 

Bild 1: Pfarrer Horst Daniel (Mitte) wurde mit einem festlichen Gottesdienst von Jörg Süß (l.), dem leitenden Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill, aus seinem Dienst entpflichtet. Auch Mitglieder des Presbyteriums Lützellinden nahmen teil (v.l.): Gerhard Lotz, Rolf Krieger, Andrea Hofmann, Manfred Wilde, Stephanie Soßna und Hermann Zörb.


Getragen und gestärkt von Gottes Gnade

Pfarrer Horst-Daniel verabschiedet

Gießen-Lützellinden (bkl). Mit einem festlichen Gottesdienst ist Pfarrer Horst Daniel in der Evangelischen Kirche Lützellinden verabschiedet worden. „Wir möchten dir danken, dass du deine Gaben hier eingebracht und dafür, dass Du in vielfältiger Weise die Liebe und Treue Gottes bezeugt hast“, sagte Jörg Süß, leitender Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill, bei der Entpflichtung. Wegbegleiter aus den Gemeinden und aus dem Kirchenkreis sprachen Horst Daniel Segensworte zu.

Der Seelsorger, seit knapp elf Jahren Pfarrer in Lützellinden und seit mehr als drei Jahren gemeinsam mit Nachbarpfarrer Michael Philipp auch in Dutenhofen und Münchholzhausen, tritt zum 1. September in den Ruhestand. Bedingt durch die aktuelle Situation konnte Horst Daniel nur im kleinen Kreis verabschiedet werden.

Gemeindegesang war in diesem Gottesdienst nicht möglich, doch konnten sich die Anwesenden über musikalische Vorträge von Heidrun Schwarz-Sauerbier an der Orgel freuen. Die ehemaligen Konfirmandinnen Elena Schütz und Damaris Schneider spielten Keyboard und Gitarre und sangen dazu. Daniels Ehefrau Doris las den 45. Psalm.

In seiner Predigt über den Epheserbrief, Kapitel 2, Verse 4 bis 10 stellte Horst Daniel die Gnade in den Mittelpunkt: „Es war Gnade Gottes, den Dienst der Verkündigung, der Seelsorge und was alles zum Dienst in einer Gemeinde gehört, tun zu dürfen.“ Allein Gottes Gnade habe er es zu verdanken, „dass die zarte Pflanze des Glaubens aufgehen konnte und Gott mich gebraucht hat als Sämann seines Wortes“. Auch in Zeiten des Zweifelns habe Gott ihn immer getragen und ihm den Glauben gestärkt. Zum Zeichen dafür, und auch für die Erfahrung, dass aus Zerbrochenem und Verletzungen Neues wachsen kann, hatte der Seelsorger eine Dieffenbachie mitgebracht. Die Zimmerpflanze war ein Geschenk zu seiner Ordination vor 36 Jahren und hat, mehrmals abgeschnitten und wieder aufgepäppelt, diese Zeit überlebt, wächst neu und schön.

Horst Daniel stammt aus Greifenstein-Holzhausen und war Vikar bei Superintendent Theodor Preis in der Wetzlarer Kreuzkirchengemeinde. Über 25 Jahre hatte der Geistliche das Pfarramt für Reiskirchen und Niederwetz inne. Ab 2010 wirkte Daniel als Entlastungspfarrer für Superintendentin Ute Kannemann in Lützellinden und übernahm nach deren Eintritt in den Ruhestand 2017 neben dieser Pfarrerstelle einen zusätzlichen Dienstauftrag in der Kirchengemeinde Dutenhofen/Münchholzhausen.
Aktiv war Horst Daniel zudem als Pfarrer in der Polizeiseelsorge, ehrenamtlich in der Notfallseelsorge und beim Gustav-Adolf-Werk, das Diaspora-Werk der evangelischen Kirche.

Pfarrer Süß nahm in seiner Ansprache zum 2. Korintherbrief, Kapitel 4, Vers 5, auf Menschen und Situationen, denen Horst Daniel in der 37 Jahre währenden Zeit seines Dienstes begegnet ist, Bezug: „Du könntest tagelang erzählen von unerwartetem Vertrauen, von Glaubenszweifeln und -tiefe, von Existenzängsten.“ Den Menschen von Jesus Christus Zeugnis zu geben, sei dem Theologen wichtig gewesen. „Effekthascherei hast du nie betrieben, aber dir Zeit genommen für Seelsorge und Gebet.“ Jesus Christus bleibe auch im Ruhestand sein Herr und er könne mit seiner Frau auch künftig dessen Führung vertrauen.

Dass Horst Daniel mit vielen Menschen und Institutionen gut zusammengearbeitet und andere auf manche Weise unterstützt hat, wurde in den Grußworten nach dem Gottesdienst deutlich. So von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz für die Stadt Gießen, Reiner Arnold für den CVJM, Pfarrer Michael Philipp für die Gemeinde Dutenhofen/Münchholzhausen, Alexa Länge für die Gießener Johannesgemeinde und Gerhard Lotz für das Presbyterium Lützellinden. Presbyterin Andrea Arnold überreichte ein Buch mit Worten der Wertschätzung von Gemeindegliedern, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Statt einer Nachfeier gab es am Ausgang kleine Fläschchen mit alkoholfreiem Sekt und der Aufschrift „Geh unter der Gnade“ zum Mitnehmen.

Die Vakanzverwaltung für die Kirchengemeinde Lützellinden wird ab 1. September Pfarrer Aurel Everling (Wetzlar) übernehmen.

 

Fotos: Barnikol-Lübeck

 

Bild 2: Freuen sich auf den gemeinsamen Ruhestand: Doris Daniel und Horst Daniel sitzen auf der vom Presbyterium geschenkten „multifunktionalen Kirchenbank“.