Ordinationsgottesdienst

 

 

Bild 3: Über einen Abschnitt aus dem alttestamentlichen Jeremia-Buch hielt Prädikant Mirko Häuser seine Ordinationspredigt.


Das Zerbrochene heilen
Mirko Häuser zum Prädikanten ordiniert:

Gießen-Lützellinden (bkl). In einem festlichen Gottesdienst ist er am 1. Advent in der Evangelischen Kirche Lützellinden von Superintendent Dr. Hartmut Sitzler zum Prädikanten („Prediger“) ordiniert worden: Mirko Häuser aus Münchholzhausen, von Beruf Diakon und Altenpfleger in der ambulanten Pflege bei der Sozialstation Schöffengrund ist damit zur Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung beauftragt worden.

Zu seinen Aufgaben gehören Predigt und Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Bestattungen sowie die Leitung der Feier des Abendmahls. Er wird Pfarrer Aurel Everling, Vakanzverwalter in der Kirchengemeinde Lützellinden, in seinem Dienst ehrenamtlich unterstützen. Everling war gemeinsam mit Pfarrer Horst Daniel, der die Pfarrstelle in Lützellinden bis zu seinem Ruhestand innehatte, Mentor von Mirko Häuser. Die beiden Theologen haben den Diakon während seiner zweijährigen Ausbildung im praktischen Teil als Gemeindepfarrer begleitet.

„Wer ordiniert ist, übernimmt ein Amt in der Kirche“, erklärte Superintendent Sitzler in seiner Ansprache, der er Vers 16 aus dem 1. Kapitel des Römerbriefes zugrunde gelegt hatte. Damit sei eine Verpflichtung verbunden. Doch gebe es „keine schönere Aufgabe als mitzuarbeiten an der Erneuerung der Kirche“. Dem neuen Prädikanten gab der Theologe zwei Ratschläge auf den Weg: Er solle ehrlich predigen in dem Sinne, dass ein Bäcker das Brot selbst essen müsse, was er verkaufe. Zudem solle ein Prediger sich nicht selbst für etwas Besseres halten und keine Drohbotschaft verkündigen. Entscheidender Maßstab sei die Liebe zu den Menschen.

Bei der Ordinationshandlung assistierten dem Superintendenten Aurel Everling und Gerhard Lotz, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums. Mit der Begleitung des Gemeindegesangs am E-Piano sowie eigenen Liedbeiträgen gestaltete Elena Schütz den Gottesdienst musikalisch.

Um die Vision eines Königs, der Recht und Gerechtigkeit bringen wird sowie um die Rückführung des Gottesvolkes aus zahlreichen Ländern ging es in der Predigt von Mirko Häuser. In seiner Auslegung der Verse 5 bis 8 aus dem 23. Kapitel des Buches Jeremia stellte er die schwierige Lebensgeschichte des Propheten dar, der zwar mit Gott gehadert, sich aber auf seine prophetische Aufgabe eingelassen habe. Häuser erklärte weiter, dass das Ziel der Verkündigung Jeremias eine Hoffnungsbotschaft gewesen sei. Der angekündigte König sei Jesus: „Jesus heilt das Zerbrochene und lehrt uns, Gott zu vertrauen. Wenn wir ihm unsere Herzenstür öffnen, dann werden auch Gerechtigkeit und Frieden in unser Herz Einzug halten.“

In Wetzlar geboren, absolvierte der heute 46-Jährige eine Ausbildung zum staatlich examinierten Altenpfleger. Hinzu kam eine berufsbegleitende dreijährige Ausbildung zum Diakon an der Hephata Akademie für soziale Berufe in Schwalmstadt-Treysa. Dieser Gemeinschaft gehört der verheiratete Vater dreier Kinder selbst als Bruder seit 2013 an.

Ein Grußwort sprach Stefan Zeiger, ehemals Diakon in den Evangelischen Kirchengemeinden Albshausen und Steindorf und jetzt Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. Mit dem Hinweis, dass Jesus auch ein Wanderprediger gewesen sei, schenkte er Mirko Häuser einen hölzernen Pilgerstab: „Möge dir dieser Stab ein guter Wegbegleiter sein.“

Statt eines Kaffeetrinkens, das pandemiebedingt ausfallen musste, gab es am Ausgang für die Gottesdienstbesucher ein „Auszeit“-Tütchen mit Teelicht, Gebäck und einer kleinen Geschichte.

 

Fotos: Barnikol-Lübeck

 

Bild 1: Gestalteten den Ordinationsgottesdienst für Mirko Häuser (Mitte) in der Evangelischen Kirche Lützellinden (v.l.): Gerhard Lotz, Horst Daniel, Stefan Zeiger, Superintendent Hartmut Sitzler und Aurel Everling.

 

 

Bild 2: Stefan Zeiger, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, schenkte Mirko Häuser einen Pilgerstab.